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Innere Spirale - das dritte Anusara-Prinzip

Weiter geht es in meiner kleinen Serie zu den universellen Anusara-Prinzipien mit Teil 3, der Inneren Spirale. Und um euch gleich vorzuwarnen: Jetzt wird es ein bisschen kompliziert. Wenn man das erste Mal von der Inneren und Äußeren Spirale (Prinzip 4) hört, ist Verwirrung und Unsicherheit fast garantiert. Aber es lohnt sich wirklich, das durchzustehen, denn die Innere Spirale schenkt dem unteren Rücken so viel Freiheit. Wenn man sie erst einmal verinnerlicht hat, ist sie so wohltuend für Körper und Geist, dass man nie wieder ohne üben will.

 

Im Teil 1 habe ich beschrieben, was es mit den UPA-Prinzipien, den Universal Principles of Alignment, den Universellen Ausrichtungsprinzipien also, auf sich hat. Da die Prinzipien aufeinander aufbauen und sich gegenseitig bedingen, lohnt es sich, das zu lesen, wenn ihr es noch nicht getan habt. Hier steige ich, direkt aufbauend auf  Open to Grace (Prinzip 1) und die Muskuläre Energie (Prinzip 2) ein.

 

  1. Open to Grace
  2. Muskuläre Energie
  3. Innere Spirale (heutiger Beitrag)
  4. Äußere Spirale
  5. Organische Energie

1. Die geistige Ausrichtung

Die Muskuläre Energie gibt uns die Stabilität, die wir brauchen (daher immer unbedingt vor den Spiralen aktivieren!), um uns wieder öffnen zu können. Die Innere Spirale in den Beinen führt dazu, dass wir das Gesäß nach hinten auseinander weiten. Das braucht schon ein bisschen Mut – besonders in einer vollgepackten Yogaklasse 😊. Haben wir doch im Alltag eher gelernt, den Hintern einzuziehen, heißt es plötzlich: "Stick it out!".

 

Aber der Mut wird belohnt, da wir durch das Öffnen mehr Freiheit spüren und wieder eine Weichheit in unserer Praxis finden. Der Gefahr, dass wir durch das Zumachen und Festmachen mit der muskulären Energie verkrampfen, wird hier also entgegengewirkt.

 

Yogaphilosophisch gesehen liegt dieses Gefühl von Öffnung und Freiheit auch daran, dass wir uns zu unserer Rückseite hin öffnen. Und hier liegt die universelle Energie, die uns mit dem Höheren verbindet – vorne liegt eher unser Ego. Wir lehnen uns also vertrauensvoll zurück in das grosse Ganze.

 

2. Die körperliche Ausrichtung

Die Anusara-Spiralen werden anfänglich hauptsächlich an den Beinen gezeigt, weil man sie hier besonders gut spüren kann. Also will auch ich das tun: Wer die Innere Spirale fühlen und aktivieren will, nimmt beim ersten Mal am Besten einen Yogagurt, oder wahlweise auch den Gürtel eines Bademantels oder ein langes Seil zur Hilfe und wickelt es so um das Bein, dass es den Oberschenkel nach innen und hinten dreht, wenn man den Gurt nach außen von sich wegzieht.

 

Da sich das nur schwer beschreiben lässt, habe ich ein kurzes Video gedreht, dass die Innere Spirale zeigt und im Gegensatz dazu auch gleich die Äußere – ihr bekommt hier also schon eine kleine Vorschau auf das, was noch kommt.

 

Man sieht: Die Innere Spirale setzt an der Innenkante des Fußes an, weitet die Oberschenkel voneinander weg und außerdem weitet sie auch noch die Gesäßknochen nach hinten. Es hilft, wenn man sich vorstellt, dass man einen leichten Entenpopo macht. Der Oberschenkelknochen geht nach hinten, dadurch wird man weich in der Lendengegend und die Lordose (natürliche Kurve) im unteren Rücken wird gestärkt- gerade, wenn man das in der Kobra anwendet, merkt man sehr schön, wie man hier Weite gewinnt und nichts mehr zwickt.

 

Vorsicht: Die Knie sollten nicht vorne "zusammenklappen", deshalb ist es wichtig, dass man den Muskeltonus hält, den man mit der muskulären Energie aufgebaut hat. Also, wenn du merkst, dass da etwas zusammenklappt, zieh die Füße auf der Matte isometrisch zueinander. (Was heißt das? Das habe ich hier erklärt.) Und auchte darauf, dass die Kniescheibe gerade nach vorne zeigt.

 

Seid ihr bereit, das wieder auszuprobieren? Super, dann folgt einfach wieder meiner gesprochenen Anleitung für die Innere Spirale in Tadasana:

(Ich bin ganz begeistert von der Qualität meines neuen Mikros - ich hoffe, ihr auch ...)

 

"Die vier Punkte an den Knien" war vielleicht etwas kompliziert ausgedrückt - im Grunde meinte ich einfach: Die Kniescheibe soll nach vorne zeigen!

 

Hilft euch das?

Habt ihr wieder Feedback, Anregungen und Ergänzungen? Ich lerne dabei dazu und ergänze meine Artikel jederzeit gerne :-)

 

Namaste und wuff, Bianca und Sukhi


 

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