· 

Mein Aufbruch zu gesünderen Gewohnheiten

Ein Zungenreiniger aus Edelstahl war gar nicht so einfach zu bekommen - gehört aber zum ayurvedischen Morgenprogramm.
Ein Zungenreiniger aus Edelstahl war gar nicht so einfach zu bekommen - gehört aber zum ayurvedischen Morgenprogramm.

Warum fällt es uns manchmal so ungemein schwer, unser Verhalten zu verändern? Selbst dann, wenn wir eigentlich spüren: Wir schaden uns damit selbst? Ganz einfach: Weil wir das schon immer so gemacht haben. Weil es doch alle so machen. Weil Gewohnheiten zäh und hartnäckig sind. Sie halten uns auf dem vorgespurten Weg und verhindern, dass wir nach links und rechts abweichen. Sie verhindern, dass wir uns fragen: Könnte nicht auch das Gegenteil richtig sein? Könnte ich nicht auch ganz anders leben?

 

Viele Gewohnheiten sind unbewusst

Das Gemeine daran: Die meisten unserer Gewohnheiten, sind uns nicht einmal bewusst. Laut Unterbewusstsein-Experte Alexander Hartmann („Mit dem Elefant durch die Wand“) fahren wir – je nachdem welche Studie man heranzieht – 40 bis 70 Prozent des Tages auf Autopilot. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Wir halten uns für selbstbestimmte Wesen, aber mindestens 40 Prozent unserer Zeit handeln wir, ohne eine bewusste Absicht!

 

Das kann natürlich praktisch sein, zum Beispiel wenn man die Strecke nach Hause so sehr verinnerlicht hat, dass man sie automatisch geht und derweil an andere Dinge denken kann. Auch finde ich es persönlich recht angenehm, dass ich mich nicht die ganze Zeit daran erinnern muss, zu atmen. Aber der Autopilot sorgt auch dafür, dass wir unheimlich viele Chancen verpassen. Und, dass wir es nicht mehr wahrnehmen, wenn wir uns schaden – sei es mit unseren Gedanken oder mit unseren Taten.

Game-Changer Bewusstsein

Um noch einmal das Beispiel des Atems aufzugreifen: Wenn wir uns hin und wieder im Laufe unseres Tages auf unseren Atem besinnen, können wir feststellen, dass er in stressigen Situationen flach wird – unser ganzes Nervensystem ist dann eingestellt auf: „Flüchte oder kämpfe!“. Das hindert uns nicht nur daran, ruhig und klar nach einer Lösung für die Situation zu suchen, die uns stresst. Auf Dauer schadet es auch unserer Gesundheit. Burnout, Migräne, Herzinfarkt…you name it – all diese (auch) durch Stress ausgelösten Probleme. Wenn wir aber den unbewussten Atem einige Minuten – manchmal reichen sogar Sekunden – bewusst steuern – tief und gleichmässig atmen - können wir uns mit unserem Atem beruhigen. Denn unser Atem signalisiert auch dem Rest von uns: Es ist alles in Ordnung. Wir verändern also eine unbewusste Gewohnheit durch bewusstes Handeln.

 

Ich weiß ja, dass mir das nicht gut tut, aber...

Und dann gibt es da natürlich auch noch die Gewohnheiten, von denen wir eigentlich wissen, dass sie uns schaden, weil sie sich hin und wieder vom Unterbewusstsein ins Bewusstsein drängen. Bei mir ist das zum Beispiel das ständige auf Smartphone glotzen. Bewusst wird es mir meist nicht, während ich es tue, sondern oft erst, wenn der negative Effekt eingetreten ist. Also wenn die Zugfahrt, die Gassi-Runde oder der Abend plötzlich vorbei sind, ich müde bin, das Gefühl habe, eigentlich nichts gemacht und noch weniger mitgekriegt zu haben. Manchmal habe ich Glück und fange rechtzeitig den vorwurfvollen Blick des Mannes ein, oder Sukhi schiebt seine Schnauze zwischen Finger und Bildschirm.

 

Und doch verdaddele ich immer wieder viel Zeit am Handy. Der Autopilot ist besonders mächtig, wenn ich erschöpft bin. Ich nehme das Handy hervor, ohne es wirklich zu bemerken. Würde ich bewusst wahrnehmen, dass ich müde bin, könnte ich zum Beispiel lieber ein paar Minuten die Augen schliessen, meditieren, eine Atemübung machen, mich bewegen, ein Glas Wasser trinken…

 

Gewohnheiten ändern - diesmal mit Unterstützung

Freilich habe ich schon oft versucht, mir Gewohnheiten bewusst zu machen und zu ändern. Gesündere Gewohnheiten in meinen Alltag zu bringen. Und immer wieder scheitere ich daran. Genau deshalb habe ich mich riesig gefreut, dass meine Yoga-Freundin Marie Harder von Marie Harder Embody gerade einen Online-Kurs anbietet, der genau solche Gewohnheitsänderungen unterstützt. Über zehn Wochen beschäftigt man sich jede Woche mit einer anderen gesunden Gewohnheit – vom früher zu Abend essen über die Selbstmassage bis hin zur Meditation - und beruft sich dabei auf den grossen Wissenschatz aus Yoga und Ayurveda.

 

Das Besondere: Die Kurs-Gruppe trifft sich einmal wöchentlich zu einer Webkonferenz und bespricht, welche Schritte sie gegangen sind, wo die Schwierigkeiten lagen. Marie coacht und moderiert diese Sitzungen. Gleichzeitig gibt es Einzelcoachings, um die wichtigsten persönlichen Ziele, die "Top 3" zu finden und zu überlegen, welche Gewohnheiten man etablieren möchte, um diese zu erreichen. Ausserdem gibt es den Austausch in einer geschlossenen Facebook-Gruppe, Inputvideos, Arbeitsbögen und vieles mehr. Im Grunde steht man also zehn Wochen lang wirklich in intensivem Kontakt zueinander. Die Verpflichtung, welche man eingeht, ist dadurch, dass man sie teilt und sich darüber austauscht, eine ganz andere, als wenn man alleine herumexperimentiert.

Oh, ein Kurs? Wo geht es hier zur Bestnote?

Bei mir hat das zunächst einmal dazu geführt, dass ich am liebsten alle zehn Gewohnheiten umsetzen, und meine "Top 3" gleich ab der ersten Woche komplett durchziehen wollte. Die Kurssituation hat eben mein altes Streber-Gen geweckt. Zum Glück hat Marie die Tendenz sofort erkannt, und mich sanft darauf hingewiesen hat, dass es hier darum gehe, dauerhafte Änderungen FÜR MICH zu schaffen, „nicht darum, eine besonders gute Abschlussnote zu erhalten.“ Die neuen Gewohnheiten müssten also vor allem zu meinen individuellen Zielen passen.

 

Bevor ich mir darüber klarwerden konnte, was nun meine "Top 3" sind, und wie ich sie mit Verhaltensänderungen bewirken kann, musste ich noch einmal einen Schritt zurückgehen und mir mein WARUM vor Augen führen. Ohne eine wirklich starke innere Motivation kann man Gewohnheiten nicht verändern – egal, wie viele psychologische Tricks man anwendet, oder wie viele gute Argumente für das neue Verhalten sprechen.

Das #Dailygreatnessjournal habe ich mir zum Geburtstag gewünscht und es kam genau richtig zum Gewohnheiten-Kurs, weil ich hier ganz wunderbar meine Ziele und täglichen Schritte festhalten und im Auge behalten kann - danke Papa :-)

Meine neuen Gewohnheiten

Einen Teil von dem, was ich mir vorgenommen habe, möchte ich mit euch teilen – und euch in ein paar Wochen dann berichten, wie es mir damit ergangen ist.

 

  1. Ich möchte innere Ruhe finden, die mir hilft, mich zu fokussieren. Deshalb bringe ich folgende neue Gewohnheiten in mein Leben: Ich meditiere am Ende der zehn Wochen an vier Tagen die Woche für mindestens 10 Minuten. Ausserdem integriere ich bewusst Offline-Zeiten in meinen Alltag.
  2. Ich möchte jeden Tag voll positiver Energie beginnen. Dafür habe ich bereits eine 10- bis 30-minütige Asana- und Pranayama-Praxis sowie ein paar Minuten Dankbarkeitsmeditation und/oder Tagebuchführen am Morgen eingeführt. Mein Morgenritual möchte ich um ayurvedische Reinigungsrituale ergänzen: Zungenschaben, Ölziehen und Wassertrinken. Diese Rituale vollziehe ich an sieben Tagen die Woche, so selbstverständlich wie das Zähneputzen.
  3. Ich möchte mich ausgeschlafen fühlen, wenn ich am Morgen die Augen öffne. Ich träume davon, auch einmal ohne Wecker nach 7 bis 8 Stunden aufzuwachen. (Bisher brauche ich 9 bis 10 Stunden, um ausgeschlafen zu sein.) Dafür führe ich an vier Abenden die Woche ein neues Ritual ein: Ich lege ich abends um 21 Uhr Handy und Laptop beiseite, um 22.30 Uhr, fahre ich mit Meditation, Tagebuch, Lesen und Atemübungen herunter. Um 23 Uhr schalte ich das Licht aus. Dieses dritte Ziel ist der Schwierigste für mich, weil ich mich für eine ausgesprochene Nachteule halte. Aber ich möchte wirklich wissen, ob ich weniger Schlaf brauche und mehr Energie haben kann, wenn ich (annähernd) nach der ayurvedischen Uhr lebe.

 

Den Zielen nähere ich mich mit kleinen Schritten. Das heißt zum Beispiel, dass ich nicht von Anfang an zehn Minuten meditiere, sondern erst einmal aushalte, fünf Minuten in Stille zu sitzen. Auch lerne ich während der zehn Wochen weitere Gewohnheiten kennen, die ich vielleicht integrieren möchte. Die Selbstmassage klingt zum Beispiel nach einem ganz wunderbaren Ritual. Die anderen Frauen und Marie helfen mir dabei, dass ich dabei nicht einfach beliebig hin- und herspringe, sondern mein „Warum?“ und meine Ziele nie aus dem Blick verliere.

 

Gewohnheiten zu verändern ist anstrengender, als ich es mir vorgestellt hatte. Aber wenn am Ende eine gesündere, ruhigere und glücklichere Bianca herauskommt, ist es das wohl allemal wert.

 

Habt ihr es bereits geschafft, ungesunde Gewohnheiten in eurem Leben abzulegen und durch wohltuende zu ersetzen? Wenn ja: Wie ist euch das gelungen?

 

 

Namasté und Wuff, Bianca mit Sukhi

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0