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Muskuläre Energie - das zweite Anusara-Prinzip

Weiter geht es in meiner kleinen Serie zu den universellen Anusara-Prinzipien mit Teil 2 und der muskulären Energie. Dem Prinzip, das Anusara-Yoga gerade für Anfänger ziemlich anstrengend macht, aber auch ganz wunderbar vor Verletzungen schützt.

 

Im Teil 1 habe ich beschrieben, was es mit den UPA-Prinzipien, den Universal Principles of Alignment, den Universellen Ausrichtungsprinzipien also, auf sich hat. Da die Prinzipien aufeinander aufbauen und sich gegenseitig bedingen, lohnt es sich, das zu lesen, wenn ihr es noch nicht getan habt. Hier steige ich, direkt aufbauend ein...

  1. Open to Grace
  2. Muskuläre Energie (heutiger Beitrag)
  3. Innere Spirale
  4. Äußere Spirale
  5. Organische Energie

1. Die geistige Ausrichtung

Während wir uns bei Open to Grace geöffnet haben, "Ja" gesagt haben, zu allem, was da kommen mag, setzt die muskuläre Energie klar Grenzen. Sie sagt "Nein", wenn man so möchte. Zwar gehen die meisten Menschen zum Yoga, um ihren Körper und ihren Geist zu öffnen, aber im Yoga wie im Leben verlieren wir uns, wenn wir NUR zu allem "Ja" sagen, wenn wir ganz offen sind. Es braucht beides: Öffnung und Begrenzung. Nur wenn wir wissen, wo unsere Grenzen sind, können wir sie auch ausdehnen, ohne uns zu überfordern.

 

Die muskuläre Energie macht unseren Körper kompakt und stabil und schützt vor Verletzungen. Mental führt das dazu, dass wir uns sicher fühlen können. dass wir ein besseres Gefühl für unseren Körper haben und  ausdauernder und fokussierter werden - auf der Matte wie im Leben.

2. Die körperliche Ausrichtung

Für die muskuläre Energie aktivieren wir unsere Muskeln - und zwar noch bevor wir ganz tief in eine Asana hinein gehen. Gerade für sehr bewegliche Menschen ist dieses Prinzip wichtig, weil ihre Beweglichkeit oft auf Kosten der Gelenke geht. Eher unbewegliche Menschen schützen sich mit der muskulären Engergie davor, sich zu überdehnen - also vor Zerrungen und Rissen.

 

Die Erdung der Basis (gehört zu Prinzip 1) und die Stabilität der muskulären Energie sind die Grundlage für die weiteren Prinzipien, mit denen wir dann in die volle Ausdehnung einer Asana gehen.

 

Um die muskuläre Energie zu aktivieren, gibt es drei Bewegungsrichtungen:

  • Man zieht Haut bzw. die Muskeln fest an den Knochen
  • Man zieht die Kraft von Außen zur Mittellinie, z.B. indem man sich vorstellt, dass man die Füße auf der Matte zueinander schleift (sie bleiben aber fest verankert stehen), Anusara-Yogis sagen dazu oft: "isometrisch zueinander ziehen".
  • Man zieht die Energie aus dem Boden zum Fokuspunkt - also je nach Stellung ins Becken, den Herzraum oder den Gaumen

Auch das wird vermutlich wieder leichter verständlich, wenn man es ausprobiert und fühlt. Also kommt doch noch einmal in Tadasana und versucht Folgendes...

Hilft euch das`?

Habt ihr wieder Fedback, Anregungen und Ergänzungen? Ich lerne dabei dazu und ergänze meine Artikel jederzeit gerne :-)

 

Namaste und wuff, Bianca und Sukhi


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